Pflege einer langfristig immobilen Person - wie man Druckgeschwüren vorbeugt

Pflege einer langfristig immobilen Person - wie man Druckgeschwüren vorbeugt

Eines der Hauptprobleme bei bettlägerigen Patienten ist die Gefahr von Druckgeschwüren. Ihr Auftreten ist mit großem Leid verbunden, beeinträchtigt die Lebensqualität der Patienten erheblich und stellt ein zusätzliches schwerwiegendes Gesundheitsproblem dar. 

Was ist ein Dekubitalgeschwür und wie entsteht es? 

Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und des Unterhautgewebes, die durch anhaltende Druckeinwirkung (aufgrund der Unmöglichkeit, die Position zu verändern) verursacht wird. Ein weiteres Element, das die Haut und das Unterhautgewebe schädigt, ist die Reibung. Sowohl der Druck als auch die Reibung (die durch das Verschieben entsteht) verhindern eine ordnungsgemäße Blutzirkulation, und das Gewebe beginnt langsam abzusterben.

Das Dekubitalgeschwür beginnt mit einer Rötung der Haut. Mit der Zeit können sich an der Stelle der Rötung Blasen bilden, gefolgt von einer schwer heilenden Wunde (oft tief).

Welche Faktoren erhöhen das Risiko, einen Dekubitus zu entwickeln?

Das Risiko, einen Dekubitus zu entwickeln, betrifft vor allem Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Immobilität (zu langes Verharren in derselben Position). Es gibt noch viele andere Faktoren, die das Risiko der Entstehung von Druckgeschwüren erhöhen. Zu den wichtigsten gehören:

  • Alter (ältere Menschen haben ein höheres Risiko, einen Dekubitus zu entwickeln, da sie sich weniger bewegen und die Haut sich durch die Alterung verändert);
  • bestimmte Krankheiten (z. B. neurologische Erkrankungen, Diabetes, Anämie, Krebs);
  • abnormes Körpergewicht (sowohl Übergewicht als auch Untergewicht);
  • schlechte Ernährung (vor allem zu wenig Kalorien, Nahrungsprotein und Vitaminmangel);
  • Hautzustand, wodurch sich die Möglichkeit von Hautschäden (trockene, empfindliche Haut) erhöht;
  • Stuhl- und Harninkontinenz (ein feuchtes Milieu und die saure Reaktion des Urins verändern den pH-Wert der Haut und machen sie anfällig für Schäden);
  • angewandte Behandlungen (Chemotherapie, Steroidmedikamente);
  • überhöhte Umgebungstemperatur (verursacht Überhitzung, übermäßiges Schwitzen) 

Was können Sie tun, um das Dekubitus-Risiko Ihres zu Betreuenden zu verringern? 

  • Kontrollieren Sie die Haut des zu Betreuenden regelmäßig auf das Auftreten von Druckstellen (insbesondere Druckstellen an Ellenbogen, Fersen, Kreuzbein und Gesäß, Hüften, Knöcheln, Schultern, Rücken und Hinterkopf). Sie sollten auf Symptome wie Rötung, Abschürfungen der Epidermis, Schwellungen, leichte Temperaturerhöhung achten.
  • Wechseln Sie die Position des Patienten mindestens alle 2 Stunden. Sie können nach einem bestimmten Schema vorgehen (Zeitplan für die Neupositionierung), wobei Sie die Positionierung auf beiden Seiten, auf dem Rücken und auf dem Bauch berücksichtigen. Denken Sie daran, eine übermäßige Reibung der Haut am Boden zu vermeiden, wenn Sie eine lange Zeit unbewegliche Person bewegen.
  • Ein Senior, der einen Rollstuhl benutzt, sollte alle 15-20 Minuten leicht angehoben werden, um den Druck auf empfindliche Stellen zu verringern. Der Patient sollte nicht länger als 2 Stunden im Rollstuhl sitzen.
  • Verwenden Sie druckentlastende Artikel: Anti-Dekubitus-Matratzen, Schaumstoffpolsterung, Kissen.
  • Wenden Sie (wenn möglich) täglich Übungen an, die an den Zustand Ihres zu Betreuenden angepasst sind. Wenn er/sie nicht in der Lage ist, sie allein zu machen, machen Sie sie gemeinsam mit ihm/ihr.
  • Achten Sie auf die tägliche Hygiene. Die Haut muss immer sauber und trocken sein. Nach dem Waschen mit warmem Wasser und einem natürlichen Reinigungsmittel die Haut gründlich mit einem Handtuch abtrocknen, ohne zu reiben. Massieren Sie sanft ein Öl oder eine leichte Creme ein, damit die Haut ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt wird.
  • Im Falle einer Inkontinenz Ihres zu Betreuenden sind Windeln oder saugfähige Einlagen eine gute Option. Verwenden Sie schützende Cremes für die Haut. Die Verwendung von Talkum und Puder wird nicht empfohlen.
  • Denken Sie daran, ihre persönliche Unterwäsche und Ihr Bettzeug sauber zu halten. Die Unterwäsche muss aus natürlichen Materialien bestehen und weich sein. Achten Sie darauf, dass sie stets trocken bleiben. Vermeiden Sie beim Beziehen des Bettes oder beim Anziehen des zu Betreuenden Unebenheiten und spannen Sie die Laken gut aus.
  • Sorgen Sie für die richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr der Senioren. Die Mahlzeiten sollten die richtige Menge an Kalorien und Eiweiß sowie an Vitaminen und Mineralstoffen enthalten. Ermutigen Sie die kranke Person zum Trinken.
  • Das sanfte Massieren gesunder Haut verbessert die Blutzirkulation. Massieren Sie niemals die Haut um Wunden oder Geschwüre herum.
  • Wenn Sie besorgniserregende Veränderungen an der Haut Ihres zu Betreuenden bemerken, sollten Sie einen Facharzt aufsuchen.