Die ersten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit. Was ist zu beachten?

Die ersten Anzeichen der Alzheimer-Krankheit. Was ist zu beachten?

Die Anfänge dieser Erkrankung führen zurück auf den Arzt, Dr. Alzheimer, welcher eine Gedächtnisstörung bei seiner damals 50-jährigen Patientin beschrieb. Es ist erwähnenswert, dass die ersten Symptome bei Personen, die von der Krankheit betroffen sind, völlig unauffällig sein können.

Das Gehirn beginnt bereits mit der Krankheit zu kämpfen, wenn die Betroffenen noch keine Auswirkungen auf die täglichen Aktivitäten und Verhaltensweisen wahrnehmen. Bei der langfristigen Neurodegeneration kommt es zu Veränderungen im Gehirn, die im Laufe der Zeit mehr und mehr zu Problemen, welche die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigen werden.

Langfristige Neurodegeneration führt zu Veränderungen im Gehirn, die im Laufe der Zeit zunehmende Probleme verursacht und die Lebensqualität der Patienten beeinträchtigt. Es hat sich eingebürgert, Fälle von Demenz mit den Symptomen der Alzheimer-Krankheit gleichzusetzen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Demenz ein Allgemeinbegriff ist. Es  ist eine Reihe von Symptomen, und die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für diese Symptome. Die in der Fachliteratur verfügbaren Informationen deuten darauf hin, dass etwa 60 % aller Demenzkranken an Alzheimer erkrankt sind. 

Was genau ist die Alzheimer-Krankheit?


Erste Aufzeichnungen über die Alzheimer-Krankheit (Eng. Alzheimer’s disease, in Kürze AD) datieren bereits auf 1906, was bedeutet, dass die Forschung zu diesem Thema bereits seit mehr als einem Jahrhundert andauert. Infolge der Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung, nimmt die Zahl der über 65-Jährigen zu. Basierend auf statistischen Annahmen, wird angenommen, dass sie im Jahr 2050 etwa 30 % der Gesamtbevölkerung ausmachen wird. Dies bedeutet, dass bis dahin jeder 85. diagnostizierte Patient an Alzheimer erkrankt sein wird.

Die Alzheimer-Krankheit ist eine unheilbare neurodegenerative Erkrankung. Es befinden sich weniger Nervenzellen und Synapsen im Gehirngewerbe eines Erkankten, als in einem gesunden Gehirn. Mit dem Fortschreiten der Krankheit nimmt die Zahl der absterbenden Zellen - der Neuronen - zu. Sie ist eine chronische, fortschreitende degenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Bislang konnte keine eindeutige Ursache für die Krankheit ermittelt werden. Es gibt allerdings Risikofaktoren, die in engem Zusammenhang mit der Krankheit stehen können.

Risikofaktoren:


  • Das Alter
  • Genetische Veranlagungen
  • Kopfverletzungen
  • Krankheiten, an denen die Patienten bereits erkrankt sind: Diabetes, Herpesvirus und Bluthochdruck
  • Ein längerer Zeitraum mit erhöhtem Cholesterinspiegel
  • Den Forschern zufolge ist auch das Bildungsniveau von Bedeutung, es wurde festgestellt, dass Menschen mit Sekundar- und Hochschulbildung eine geringere Wahrscheinlichkeit besitzen, eine Diagnose zu gestellt zu bekommen.

Symptome der Alzheimer-Krankheit:


Bei der Betreuung einer älteren Person ist ständige Wachsamkeit geboten, da frühe Symptome der Alzheimer-Krankheit leicht übersehen werden können. Die Forschung dieser Krankheit hat ergeben, dass pathologische Anomalien im Gehirn bei Patienten sogar ein Jahrzehnt vor den sichtbaren Symptomen einer kognitiven Beeinträchtigung auftreten.

Einige der Symptome der Alzheimer-Krankheit können jedoch frühzeitig erkannt werden, was für die weitere Betreuung und Durchführung geeigneter Maßnahmen zweifellos von großer Bedeutung ist. Der Verlauf der Krankheit ist von Patient zu Patient unterschiedlich, aber es gibt eine Reihe von gemeinsamen Symptomen, die für alle Patienten gleich sind.

Frühe Anzeichen von Veränderungen werden oft fälschlicherweise mit Stress, ständiger Anspannung, Schlafproblemen und folglich permanenter Müdigkeit in Verbindung gebracht. Oft wird irrtümlich angenommen, dass solche Symptome bei Menschen über 60 Jahren einfach die Norm sind und somit nicht als Anzeichen für eine Krankheit gewertet werden.

Einige wichtige Symptome der Krankheit:


  1. Allmählicher Verlust des Gedächtnisses, zunächst in Bezug auf alltägliche Dinge wie Unfähigkeit, sich daran zu erinnern, welche Mahlzeit zum Frühstück eingenommen wurde, oder Schwierigkeiten mit der Feststellung, wo Dinge wie Brieftaschen und Schlüssel aufbewahrt sind. Es ist auch möglich, dass diese Gegenstände an unerwarteten Orten gefunden werden, z. B. der Schlüssel in dem Kühlschrank, das Telefon in dem Schuhschrank usw.
  2. Kommunikationsprobleme im Zusammenhang mit der Verwendung bestimmter Wörter, welche in einem Satz verwendet werden sollten. Somit ist es unmöglich, den Inhalt in der richtigen Form zu artikulieren. Der Patient hat Schwierigkeiten, sich an die richtigen Worte zu erinnern.
  3. Zeitlich-räumliche Desorientierung, d.h. die Schwierigkeit bei der Feststellung des Standorts und bei der Bestimmung des Zeitpunkts an dem sich etwas ereignete. Das Gefühl der Verwirrung auch wenn das Gebiet bekannt ist, z. B. Probleme beim Finden des Heimweges.
  4. Probleme bei der Durchführung von Aufgaben - Eines der Symptome der Krankheit ist die Unfähigkeit, Aufgaben auszuführen, die zuvor keine Herausforderung darstellten. Manchmal kann sogar die Zubereitung von Speisen zu einer solchen Tätigkeit werden. Deshalb ist die Beobachtung so wichtig, denn diese Art von Störung kann zu einem Ernährungsproblem führen.
  5. Änderungen im Verhalten - Bestimmte Charaktereigenschaften werden hervorgehoben, wodurch eine bestimmte Dominante zusätzlich verschärft wird. Die kranke Person kann plötzlich besitzergreifend, fordernd oder sogar aggressiv werden, auch wenn sie ein solches Verhalten vorher nicht oder nur gelegentlich an den Tag gelegt hat. Heutzutage können solche Abweichungen von den vorgestellten Einstellungen sehr viel häufiger vorkommen.
  6. Entfremdung vom sozialen und kulturellen Leben - In einigen Fällen bleibt der Kranke zu Hause und hat nur Kontakt zu Angehörigen und seinem Arzt. Die Probleme mit den Gesprächspartnern nehmen zu. Dies hängt eng mit dem Gedächtnisverlust und dem Gefühl der Entfremdung zusammen. Der Kranke vermeidet im Laufe der Zeit immer mehr den Kontakt zur Außenwelt, was die Behandlung erschwert und die Kommunikationsfähigkeit der diagnostizierten Person einschränkt.
  7. Probleme mit der Entscheidungsfindung und dem angemessenen Urteilsvermögen - in einem späteren Stadium ist der Patient nicht mehr in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen, da die kognitiven Störungen eine richtige Einschätzung der Situation verhindern. Halluzinationen treten auf, der Kranke verliert den Bezug zur Realität.

Mythen über die Alzheimer-Krankheit:

  • Die Annahme, dass das Alter die einzige Ursache für die Krankheit ist.
Es wird allgemein angenommen, dass die Alzheimer-Krankheit nur Menschen über 65 Jahre betrifft. Es stimmt zwar, dass das Risiko, daran zu erkranken, in erster Linie mit dem Alter zusammenhängt, aber es sollte nicht vergessen werden, dass es auch andere Ursachen haben kann. Die ersten Symptome der Krankheit können bei sehr viel jüngeren Menschen auftreten.

Die Symptome stehen im Zusammenhang mit einer familiären Vorgeschichte der Krankheit. Wenn bei einem Elternteil die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde, ist es wahrscheinlicher, dass man selbst daran erkrankt. Statistiken besagen, dass in Familien, in denen die Krankheit diagnostiziert wurde, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitglied erkrankt, 4 bis 10 Mal höher ist. Die Inzidenz der Alzheimer-Krankheit in jungen Jahren wurde auf 1 - 2 % aller diagnostizierten Fälle geschätzt. Es wurde festgestellt, dass dies auf Mutationen im APOE-Gen zurückzuführen werden kann.

  • Die Alzheimer-Krankheit manifestiert sich durch die Aggressivität des Patienten.
Diese Phase kann auftreten, ist aber nicht bei allen untersuchten Personen die Regel. In einer bestimmten Phase des Kampfes mit den Beschwerden kann dieses Verhalten auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein.

Die Erkrankung führt zu dauerhaften und irreversiblen Veränderungen im Gehirn, die zu merklichen Veränderungen der Persönlichkeit führen können. Dies führt zu Verhaltensweisen, die zuvor bei der betroffenen Person nicht beobachtet wurden. Verbaler Missbrauch kann Beschimpfungen, Anschreien, alle möglichen Schimpfwörter und Erpressung der Betreuungsperson umfassen. Es passiert auch, dass es zu körperlicher Gewalt kommt - Werfen von Gegenständen, Schlagen, Treten oder Beißen.

Dies ist vor allem auf den allmählichen Verlust der kognitiven Funktionen zurückzuführen. In direktem Verhältnis zu den Veränderungen, die im Körper stattfinden, steigt auch das Angstniveau. Infolgedessen kommt es zu unwillkürlichen Abwehrreaktionen, da sich der Patient ständig bedroht fühlt. Es ist dann leicht, ihn zu beunruhigen, irritieren und eine unerwünschte Reaktion hervorzurufen.

Wir sollten nicht vergessen, dass Aggression auch eine Botschaft ist. Manchmal ist körperliche Gewalt eine Form des Ausdrucks unbefriedigter Bedürfnisse, die aus der Hilflosigkeit und Machtlosigkeit des Patienten resultieren, der nicht mehr in der Lage ist, sich verständlich auszudrücken. Aggressionen treten nicht bei allen Patienten auf, da es kein Spiegelbild der Alzheimer-Krankheit gibt. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden.

  • Die Betreuung durch die Familie des Patienten hat einen Einfluss auf die Verlangsamung des Krankheitsverlaufs.
Dem Mythos, dass ein Angehöriger der beste Betreuer ist, liegt die Vorstellung zugrunde, dass jemand, der der Person nahe steht, den Kranken am besten versteht. Man geht davon aus, dass durch den ständigen Kontakt mit einer Person, die den Kranken gut kennt und ihn immer wieder an das erinnert, was er vergessen hat (z. B. Familiengeschichten), der Krankheitsverlauf besser verläuft. Es sei darauf hingewiesen, dass jedes Krankheitsstadium mit unterschiedlichen Herausforderungen für die Betreuungsperson verbunden ist.

Im Verlauf der Alzheimer-Krankheit zu unterscheidet man drei Phasen:


  • Die erste betrifft Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis. In diesem Stadium sind Beeinträchtigungen beim Erinnern neuer Informationen, aber auch Konzentrationsprobleme bemerkbar. Stimmungsschwankungen und sogar Depressionnen sind in diesem Stadium ebenfalls keine Seltenheit. 
  • In der zweiten Phase treten Probleme bei den täglichen Aktivitäten auf, z. B. beim Umgang mit Küchengeräten: Ofen, Messer, Gasherd. Sowohl der Patient als auch die Haushaltsmitglieder sind daher gefährdet. Im Laufe der Zeit kommt es zu Problemen bei der Wiedererkennung von Angehörigen, was eine schwere emotionale Belastung für die gesamte Familie ist. Es kann zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen kommen, z. B. in Form von Verfolgungswahn.
  • Die dritte Phase ist die Phase, in der eine unabhängige Existenz nicht mehr möglich istEs gibt keinen Kontakt zum Patienten. Die Person wird bettlägerig, und es besteht die Gefahr von Komplikationen wie Druckgeschwüren oder Verschlucken der servierten Nahrung. Es kann zu Problemen mit der Kontinenz kommen. Eine Pflegeexpertise wird sogar unerlässlich. Es ist wichtig, schnell genug auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren. Es kann sein, dass der Kranke die Familie nicht einmal erkennt und daher den Betreuer nicht als unterstützende Person, sondern als potenzielle Bedrohung wahrnimmt.