Mundhygiene bei den Senioren - das ist wichtig!

Mundhygiene bei den Senioren - das ist wichtig!

Die Mundhygiene ist für die Erhaltung des guten Gesundheitszustands sehr wichtig. Bei Menschen mit Demenz ist sie besonders wichtig, weil eine mangelhafte Mundpflege nicht nur zu schwerwiegenden medizinischen Problemen wie Infektionen, sondern auch zu Verhaltensstörungen beitragen kann.

Ich kann oft nicht auf ein Problem hinweisen, weil ich es einfach nicht lokalisieren und darüber sprechen kann. Das bedeutet nicht, dass ich deswegen keine Schmerzen oder Unbehagen empfinde; meine Frustration über die Schmerzen manifestierte ich auf eine andere Art und Weise. In solchen Situationen bin ich oft nervöser, manchmal ziehe ich mich zurück und habe keine Lust auf ein Gespräch. Manchmal kann es passieren, dass ich aggressiv oder mit  psychomotorischer Erregung reagiere, und manchmal wirst du einfach feststellen, dass ich nicht essen will, weil ich keinen Appetit habe.  

Du kannst mir also helfen, all diese Probleme durch die richtige Mundpflege zu vermeiden oder du kannst mit diesem Problem schnell fertig werden, weil du das Problem ganz am Anfang erkennst, bevor es sehr akut wird.

Problem - nicht immer eindeutig 

Wenn ihr über die Mundhygiene nachdenkt, fällt euch wahrscheinlich zuallererst ein, dass es nichts Kompliziertes ist, dass es ausreicht die Zähne regelmäßig zu putzen und dass dadurch das Problem gar nicht auftritt. "Die Person, die ich betreue, isst doch nur Brei. Es reicht doch den Mund mit Wasser auszuspülen, sie hat doch eine Zahnprothese, so dass wir die Zähne nicht putzen müssen, weil sie doch keine Zähne hat.“. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Ihr müsst daran denken, dass die richtige Mundhygiene genauso wichtig wie die Pflege des ganzen Körpers ist. 

Wenn mein Gehirn krank ist, wenn ich manchmal bettlägerig bin und der Kontakt mit mir schwierig ist, wird die Mundhygiene viel komplizierter für dich. 

Manchmal kannst du beobachten, dass ich ungern trinke oder esse, dass ich übermäßige psychomotorische Erregung oder aggressives Verhalten zeige. In solchen Situationen entscheidest du oft, mir zu essen oder zu trinken zu geben. Diese Entscheidungen haben schwerwiegende Konsequenzen, weil dadurch „beraubst“ du mich meiner Fähigkeiten, die ich doch noch habe.  Wenn du wüsstest, dass der Grund für diese Situationen das Problem mit meinem Mund sein kann, dann könntest du viele Probleme vermeiden. In meinem Mund gibt es einen Belag, meine Zunge ist geschwollen oder ich kann kleine Wunden haben, die sehr schmerzhaft sind. Ich kann ungern essen und trinken und die Pilzinfektionen bzw. bakterielle Infektionen, mit denen ich in meinem Mund kämpfe, tragen zur Verschlechterung meines allgemeinen Gesundheitszustands bei und fördern schwierige Verhaltensweisen wie beispielsweise Aggression oder Apathie.

Ihr habt ein Problem mit der Durchführung der Mundpflege? Ihr seid nicht alleine. 

Oft habt ihr Probleme mit der Durchführung dieser recht komplizierten Tätigkeit. Sie ist zwar nicht einfach, kann jedoch durchgeführt werden. Übung macht doch den Meister! Eine regelmäßige Mundpflege wird euch erlauben oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden. 

In der Betreuung gibt es eine wichtige Regel: betreue mich so, wie du erwartest, dass man dich betreuen würde. 

In Momenten der Schwäche, in Situationen, in denen wir nicht wissen, was wir tun sollen, erlaubt diese Regel uns die Frage zu stellen, was wir selbst erwarten würden und ob die jetzige Situation für uns annehmbar wäre. 


Wie sollte man also die Mundpflege durchführen? 

„Die Person, die ich betreue, will ihren Mund nicht öffnen und ihre Zähne nicht putzen“ 

Wenn ich nicht in der Lage bin mir selbst die Zähne zu putzen, dann solltest du mir dabei helfen. Denkt bitte daran, dass immer dann, wenn die verbale Kommunikation mit mir schwierig ist, du darauf achten solltest, dass ich mich bei der Mundspülung nicht verschlucke. Wenn das Problem bei dir vorkommt, dann benutzt spezielle Mundpflegeprodukte, die keine Mundspülung erfordern. Diese Mundpflegeprodukte solltest du vorzugsweise in der Apotheke oder beim Zahnarzt kaufen. 

Mundpflege 

Sicherlich hat jeder von euch eigene Erfahrungen mit der Mundpflege. Manchmal sind es gute Erfahrungen, manchmal etwas schlechtere. Man sollte unbedingt vermeiden die Mundpflege mit Holz- oder Plastikstäbchen mit Kompresse oder, was noch schlimmer ist, mit eigenen Fingern durchzuführen. Es ist wohl offensichtlich, welche Gefahren diese Vorgehensweise mit sich bringt. Wenn die Kompresse vom Stäbchen abfällt, kann sie in die Atemwege gelangen und zum Verschlucken führen. Die betreute Person kann in euren Finger beißen. Außerdem, wenn „eigenartige“ Gegenstände in den Mund einer anderen Person ohne deren eindeutige Erlaubnis gelegt werden, dann kann das zu einem unerwünschten Ergebnis führen. 

Wie sollte man also vorgehen? 

In der Apotheke oder beim Zahnarzt können fertige, einmalige Bürsten zur Mundhygiene, die mit einem speziellen Reinigungsmittel getränkt sind, der sich nach dem Kontakt mit der Speichel aktiviert, gekauft werden. Manchmal ist der Mund sehr trocken und das Mittel muss zuvor mit Wasser aktiviert werden. Diese Bürsten sind sehr weich, manchmal mit einer Gummibürste, mit der man sehr gut die Zunge und die Wangen reinigen kann. Diese Tätigkeit ist oft sehr angenehm. Das aktivierte Reinigungsmittel verleiht ein Frischegefühl und beugt den Pilzinfektionen und bakteriellen Infektionen vor. Bei dieser Tätigkeit ist die verbale Kommunikation erschwert.

 

Zahnprothese - ist sie auch zu pflegen?

Wenn es soweit ist, dass ich nicht mehr in der Lage bin selbst meine Zahnprothese zu pflegen, dann bitte ich dich, mir dabei zu helfen. Es wird oft vorkommen, dass ich mich von meiner Zahnprothese nicht trennen möchte.

Aber leider ist das notwendig. Die Erhaltung der Mundhygiene bei Personen mit Zahnprothesen ist dann möglich, wenn diese Prothesen herausgenommen und richtig gepflegt werden. Eine Zahnprothese sollte über die Nacht herausgenommen werden, damit sich der Mund für 6-8 Stunden erholen kann. Nachdem die Zahnprothese herausgenommen wurde, sollte der Mund auf die oben beschriebene Art und Weise gepflegt werden. 

Die Zahnprothese selbst sollte keinesfalls im Wasser eingetaucht werden, denn eine nasse Umgebung fördert den Bakterienwachstum. Die Zahnprothese sollte mit einer speziellen Reinigungscreme gereinigt, danach ausgespült, getrocknet und in einem sauberen und dichten Behälter, der nur für die Zahnprothese bestimmt ist, aufbewahrt werden. Einmal in der Woche kann man spezielle Reinigungstabletten verwenden. Wenn es möglich ist, dass die betreute Person einige Tätigkeiten selbstständig oder mit geringer Unterstützung ausführt, dann solltet ihr sie diese Tätigkeiten durchführen lassen. 


Wichtig: Wenn du während der Mundpflege bemerkst, dass im Mundinneren etwas beunruhigendes passiert, wenn du eine Rötung beobachtest oder den Verdacht auf eine Entzündung oder Zahnschmerzen hast, dann solltest du mich zu einem Arzt bringen, am besten zu einem Zahnarzt, der meine Mundentzündung behandeln wird.

Es ist jedoch am besten, wenn man möglichen Problemen vorbeugt. Deshalb solltet ihr für regelmäßige Zahnarztkontrollen sorgen.